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Extrabreit
    „Hart wie Marmelade“      


 

Die Band
  die Band... zum Vergrößern bitte
 anklicken...   Kai Hawaii (Gesang)
Stefan Kleinkrieg (Gitarre)
Rolf Möller (Schlagzeug)
Wolfgang "Hunter" Jäger (Bass)
Public Ulrich (Gitarre)
 


 

Fakten, Fakten, Fakten  
 


 
 



 
 
 
 
 

 


 
 

 

 

 

 

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Anfänge

Ende 1978 begann in Hagen eine der erfolgreichsten Bandgeschichten Deutschlands. Mit Stefan Klein, mittlerweile besser bekannt als „Kleinkrieg“ (g), Ralf „Rava“ Denz (b), Gerhard „Käpt´n Horn“ Sperling (dr) und Horst Werner Wiegand (v) trifft sich die Urzelle der späteren Überflieger EXTRABREIT um sich die Langeweile mit Musik zu vertreiben. Bei einer Probe fand man einen Edding-Stift mit der Werbeaufschrift „Kappe abschrauben, nachfüllbar, extrabreit“ – der Name der erfolgreichsten NDW-Kapelle war geboren. Nun, nach 30 Jahren Bandgeschichte, bringt die Firma "Edding" pünktlich zum Jubiläum 2008 eine der Band gewidmete Sonderedition dieses Stifts heraus.

Legendäre Zertrümmerungsarien bei einigen Konzerten machten EXTRABREIT nun in Hagen und Umgebung in kürzester Zeit berühmt berüchtigt. Der „böse Buben“-Ruf der Skandalnudeln war hergestellt und musste nur noch hin und wieder bestätigt werden, was für die Hagener Kapelle kein Problem darstellte, wie sich in den nächsten Jahren bewahrheitete. Die erste Umbesetzung erfolgte bereits während den ersten Auftritten, Ralf Teuwen ersetzte Ralf „Rava“ Denz am Bass. Komplettiert wurde EXTRABREIT nun durch Piet Wortmann (g), der 2007 überraschend verstarb. Anfang 1980 wurde Sänger Wiegand durch einen gewissen Kai Schlasse ersetzt. Der charismatische Sänger sollte später als Kai Havaii, die singende Sirene, EXTRABREIT-Geschichte schreiben. Schlasse, bisher Werbegrafiker, und Kleinkrieg bildeten ab diesem Zeitpunkt (ausgenommen einer kurzen Trennung Mitte 1980) das kongeniale EXTRABREIT-Duo und die Stammzelle und Ideen-Fabrik der „größten deutschen Rock`n`Roll Kapelle“ (Eigenzitat). Die erste Single „Hart wie Marmelade“ wurde schließlich eingespielt, blieb aber vorerst in den Regalen liegen. Die Plattenfirma Reflektor zeigte allerdings Mut und legte das Album mit dem überheblichen Titel „Ihre größten Erfolge“ im September 1980 nach. Zu dieser Zeit verliess Wortmann aus privaten Gründen die Band und wurde durch Carlo Karges (später Weltstar mit Nena, † 30.01.2002) ersetzt. Schlagzeuger Käpt`n Horn, mit einigen Taktproblemen die "live" nicht sonderlich auffielen, wurde bei den Studio-Aufnahmen zum Album kurzzeitig durch Rüdiger Braune ersetzt. In der Besetzung Kleinkrieg, Havaii, Karges, Käpt`n Horn und Teuwen spielte EXTRABREIT nun die erste kleinere Tournee. Der "große" Erfolg liess vorerst noch auf sich warten und die ersten Turbulenzen trafen die Band. Karges sowie kurz darauf Havaii („Die Sirene aus Übersee“, Zitat Kleinkrieg) stiegen aus. So stand die Kapelle 1980 kurz vor dem Ende.

Kleinkrieg sei Dank ging die Geschichte aber dennoch weiter. Er fand mit Rolf Möller, genannt "ROM", einen hervorragenden Schlagzeuger der Käpt`n Horn nun endgültig ablöste, dazu kam Wortmann für einen kurzen Moment zurück und mit Sänger Norbert „Nopsy“ Laumann fand man auch einen Ersatz für Havaii. Trotzdem verliessen kurz darauf erneut Wortmann und dazu noch Teuwen die Band und es blieb vom alten Stamm nur noch Gründer Kleinkrieg übrig. Doch dieses "Besetzungskarussell" führte, nachdem später Havaii zurückkehrte, zu der Bandzusammensetzung, die kurz darauf deutsche Musikgeschichte schreiben sollte. Von Grobschnitt kam Bassist Wolfgang „Hunter“ Jäger (der ebenfalls nach schwerer Krankheit 2007 verstarb) und Ende 1980 vervollständigte Ulrich „Public Uli“ Ruhwedel die Band - die "phantastischen Fünf" waren geboren.

1980 bis 1982

Sänger Kai Havaii kam glücklicherweise zurück, ersetzte Laumann und mit dieser Mannschaft (Havaii, Kleinkrieg, ROM, Public Uli sowie Hunter) fand man endlich in die Erfolgsspur. Im Mai 1981 spielte EXTRABREIT das zweite Album „Welch ein Land was für Männer“ ein. Mittlerweile hatte die Neue Deutsche Welle Deutschland erfasst und EXTRABREIT, die frühzeitig die Zeichen der Zeit erkannt hatten, tourten wie die Teufel. Und das die Männer aus Hagen schon immer gute Ideen hatten, bewies die Band einmal mehr mit der Gestaltung dieser zweiten LP. Das Album zierte ein aufwendiges 3D-Cover und jeder LP lag eine zu dieser Zeit absolut aktuelle und angesagte 3D-Brille bei. So wurde die LP zu einem "Hingucker", die Jungs hatten das richtige Näschen und das Album schaffte tatsächlich den Charteinstieg am 28.12.1981. Die Single „Polizisten“ zog am 11.01.1982 in die deutschen Charts nach und konnte sich gar bis auf Platz 27 hochspielen. Insgesamt 21 Wochen hielt sich dieser erste EXTRABREIT-Hit in den deutschen Single-Charts. Und wieder bringt ein Skandal die Gruppe ins Rampenlicht: „Polizisten“ darf im Freistaat Bayern nicht gespielt werden – die Politik sah in diesem Stück eine „Verunglimpfung von Staatsorganen“. Der dadurch entstehende Presserummel, garniert mit einigen weiteren Skandälchen (u.a. wurde anlässlich einer Autogrammstunde von den massenweise erschienenen Fans eine Plattenabteilung in Hagen restlos geplündert), nutzt nun auch dem Vorgänger-Album „Ihre größten Erfolge“. Am 25.01.1982 zog das 80er Album ebenfalls in die LP-Charts ein. So stehen Anfang 1982 zwei Extrabreit-Alben in den deutschen Top Ten. Zusätzlich schoben die Breiten im Frühjahr 1982 die nachträglich aus dem Debütalbum ausgekoppelte Single "Hurra, hurra die Schule brennt" nach, mit der EXTRABREIT schließlich ihren größten Single-Hit verbuchten (Charteinstieg 15.03.1982 - Höchstposition 12). Die NDW erreichte ihren Höhepunkt und ganz obenauf die Phantastischen Fünf aus Hagen. EXTRABREIT gehen mit Spliff, Interzone und Prima Klima auf große Deutschland-Tournee, präsentiert von Levis-Jeans.

Nun beginnt der Wahnsinn vollends: Bravo, Fernsehen, Radio, Charts – beide Alben erreichen Goldstatus – EXTRABREIT ist 1982 die erfolgreichste deutsche Band und in allen Medien dauerpräsent.

Und die Breiten haben ihr Pulver noch lange nicht verschossen, im September 1982 veröffentlichen die Hagener das dritte Album „Rückkehr der Phantastischen Fünf“. Es erscheint in fünf verschiedenfarbigen Covers, hat fünf Einschusslöcher und klettert bis auf Platz fünf der deutschen LP-Charts. Als Single wird „Her mit den Abenteuern“ ausgekoppelt – die B-Seite enthält ein Duett mit Schlagersängerin Marianne Rosenberg („Duo Infernal“). Die Single kann sich überraschenderweise nur eine Woche (Platz 70, 04.10.1982) in den Charts halten. Später revanchiert sich Havaii bei Marianne Rosenberg mit dem gemeinsamen Titel "Blume der Nacht", das auf dem 84er Album "Spiegelbilder" erscheint. Weiterer Höhepunkt ist 1982 der Mini-Auftritt als "Superhelden" in der NDW-Kino-Klamotte Gib Gas, ich will Spaß mit den NDW-Sternchen Nena und Markus. Dieser Film wird einer der erfolgreichsten deutschen Kinofilme des Jahres.

Rückblickend gesehen machen die Breiten nun einen ersten großen Fehler. Aus Imagegründen entschliessen sich die Hagener einen Auftritt in der ZDF-Hitparade bei Dieter-Thomas Heck abzulehnen. Das gab es noch nie. Auch der Rausschmiss aus einer Hotelbar wird öffentlich ausgeschlachtet. Nach einem Konzert hatte "Public Uli" Schlagerstar Udo Jürgens an der Bar angepöbelt, der sie daraufhin „entfernen“ liess. Überliefert ist folgender Spruch "Na Bockelmann, altes Arschloch". Hatten die Breiten nun den Bogen überspannt?

„Deutschland im Handstreich“ – so ging EXTRABREIT Anfang 1983 auf ausgedehnte Deutschland-Tournee. Mit zwei Großbildleinwänden, mehreren Sattelschleppern, riesigen Hallen und überteuerten Eintrittsgeldern sollte diese Tournee der Wendepunkt der überaus erfolgreichen letzten zwei Jahre werden. Der richtige Zeitpunkt wurde verpasst, die goldene Äre der Neuen Deutschen Welle war am auslaufen und EXTRABREIT tourte ohne aktuellen Single-Hit. Die Zuschauer blieben aus und der riesige, in Deutschland bis dato noch nie dagewesene Aufwand geriet zum finanziellen Debakel. Nach der internen Ursachenforschung und anschließendem musikalischen Kurswechsel verliessen schließlich Rolf Möller und Ulrich Ruhwedel EXTRABREIT.

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1983 bis 1987

Ende 1983 ging es für die übrig gebliebenen drei (Kleinkrieg, Havaii und Hunter) weiter - es erscheint das Album „Europa“ erstmals auch mit englischen Texten. EXTRABREIT hier deutlich experimentierfreudiger und mit ungewohnten Wave-Anklängen. Die Fans nahmen das Album leider nicht an. Zur gleichen Zeit brachte EXTRABREIT ein Video „Die Wahrheit über EXTRABREIT“ auf den Markt – zu dieser Zeit mal wieder eine außergewöhnliche Aktion weit seiner Zeit voraus. Es wurde alles versucht, um im Gespräch zubleiben. Leider versiegte die Neue Deutsche Welle nun vollends und alles was damit im Zusammenhang stand war plötzlich uncool. Die Plattenfirmen hatten mit dem totalen kommerziellen Ausverkauf und der damit zusammenhängenden Überschwemmung des Marktes den Bogen überspannt und die Welle kaputtgespielt. So riss dieses von den Medien geschaffene Kunstwort "NDW" auch EXTRABREIT mit in die Tiefe.

Aber noch geht es weiter, 1984 erscheint das Album „LP der Woche“, ebenfalls mit deutschen und englischen Titeln. Produziert wurde das Album von Manfred Praeker (Spliff). Außer der Single „Ruhm“ erinnerte nicht mehr viel an die aufregende Zeit 1980-1983. Das Album geriet zu harmlos und die übrig gebliebenen Fans wollten diesen Stilwechsel nicht mittragen. So gönnten sich die EXTRABREITen eine zweijährige Kreativ-Pause. Kleinkrieg wusste diese Zeit sinnvoll zu nutzen, veröffentlichte sein erstes Solo-Album „Nur für Jungs“ und rockte auf kleiner Tournee mit seinen alten Kumpels Hunter, Public Uli, Michael Gaßmann und Frank Becking.

Völlig überraschend erscheint 1987 das Album „Sex after three years in a submarine“ mit der Mannschaft Kleinkrieg, Havaii, Hunter sowie den Neuen Peter Szimmaneck (key) und Michael Gaßmann (dr). "Mack" produzierte ein geniales englischsprachiges Popalbum, nur unter falschem Etikett. EXTRABREIT und smarter Pop – das konnte nicht funktionieren. Auf der kleinen Promo-Tour forderten die Fans lautstark die alten Klassiker, das Album blieb ein Ladenhüter und EXTRABREIT trennte sich erneut. Kleinkrieg arbeitete an seinem neuen Projekt „Mona Liza Overdrive“, welches 1989 das Licht der Welt erblickte und überraschend hart mit hervorragenden Kritiken positiv angenommen wurde. Kai werkelte ebenfalls an neuen Songs für ein eventuelles Soloalbum, die später in neue EXTRABREIT Produktionen einfließen sollten.

1990 bis 1995

Als Metronome 1990 das legendäre „Zurück aus der Zukunft“ Album mit den besten Titeln der ersten Alben veröffentlicht, der 90er Remix „Flieger, grüß mir die Sonne“ bis auf Platz 17 der deutschen Singlehits durchstartet, bedeutet das die Reanimation der Gruppe EXTRABREIT. Die vorerst raren Konzerte kamen bei den Fans derart gut an, so dass sich die Original-EXTRABREIT Besetzung Kleinkrieg , Havaii, Hunter, ROM und Public Uli entschlossen eine neue Runde „Punk`n`Roll“ einzuläuten. Die Tournee wurde mit dem ersten Live-Album „Das grenzt schon an Musik“ gewürdigt. Dieses enthielt bereits eine neue Nummer "Russisch Roulett", die auf ein kommendes Studio-Album hinwies. Allerdings forderte die Comeback-Tournee prominente Opfer: Als erstes musste Public Uli aus gesundheitlichen Gründen ersetzt werden. Für ihn spielte fortan Bubi Hönig (u.a. Green) die zweite Gitarre. Als sich Hunter mehr dem Alkohol als der Band zuwandt, musste auch er ausgetauscht werden. Für ihn springt noch während der 90er Tournee Michael Grimm am Bass ein.

1991 gibt es dann wieder neues Material. Auf dem punkig-rockigen Album „Wer böses denkt soll endlich schweigen“ findet man endlich wieder Musik à la EXTRABREIT. Frech, witzig, rockig, gut. Leider bleibt der Singlehit trotz gut gewählter Auskopplungen („Joachim muss härter werden“ sowie „Der letzte Schliff“) und positiven Plattenkritiken aus. Zusätzlich führt Havaii`s akute Drogensucht zu immer größeren Problemen. Während dieser schweren Zeit, Kai Havaii ist später - glücklicherweise - auf erfolgreichen Entzug, steigt Grimm aus und wird von Herbert Leitner ersetzt. Doch das Blatt wendet sich einmal mehr zum Guten, Havaii schafft den Entzug und dank Kleinkriegs genialen Schachzug mit der Rockversion von Hildegard Knef`s Klassiker „Für mich soll`s rote Rosen regnen“ leitet die Kapelle eine neue, sehr erfolgreiche Runde EXTRABREIT ein. Die Zusammenarbeit mit der Diva Knef beschert nämlich den Stehaufmännchen Extrabreit unzählige TV-Auftritte, ordentliches Radio-Airplay und so die notwendige Öffentlichkeit. Am Ende steigt der Ohrwurm bis auf Platz 35 der deutschen Single-Charts. Das Album „Hotel Monopol“ folgt 1993 und bietet wieder typischen EXTRABREITsound. Auch die anschließende Tour läuft sehr zufriedenstellend.

Nach der Tour verlassen dann überraschend Hönig und Möller die Band – fehlender Spaß wird als Grund angegeben und es wird wieder ruhiger um die Breiten. Kleinkrieg/Havaii spielen als EXTRABREIT einige Titel für diverse Sampler (u.a. Enterprise, Prollhead Tribut) ein. 1995 erscheint eine gelungene Dance-Floor Version des EXTRABREIT-Klassikers „Polizisten“ die Kai Havaii für das Projekt "X-Brite hits The GDP feat. The FBR" einsingt.

1996 bis 1998

Ein Jahr später tauchen EXTRABREIT plötzlich wie Phönix aus der Asche wieder auf. Mit voller Unterstützung der neuen Plattenfirma BMG und einer radikalen Verjüngungskur soll EXTRABREIT an die erfolgreichen Zeiten anknüpfen. Der Musiksender Viva widmet den Breiten gar eine Extrasendung „Jam“. Neu an Bord sind Steve „The machine“ (dr), Sebastian Gäbel (b) und der legendäre Tom Schwoll (Jingo de lunch) – ein Wahnsinniger an der Gitarre. Mit dieser Zusammensetzung geht es mit neuem Material auf große Deutschlandtournee. Die Plattenfirma lässt sich nicht lumpen und es erscheint ein Fanzine, sowie einige Werbeflyer samt Promo-Geschenken. Es folgt das Album „Jeden Tag, jede Nacht“ mit gleichnamiger Single-Auskopplung. Dank der großangelegten Promo kann sich das Album mehrere Wochen in den LP-Charts halten – musikalisch eine Mischung aus "Ärzten" und "Toten Hosen". Die Single scheitert trotz großer Werbekampagne knapp am Chartentry. Doch BMG gibt nicht auf. Für die folgende Single-Auskopplung „Nichts ist für immer“ kann kein geringer wie Harald Juhnke als Duettpartner gewonnen werden. Es entsteht ein genialer Musikclip. Juhnke und EXTRABREIT - das passt wie die Faust auf`s Auge. Und der "Hammer" folgt zugleich: der Clip wird vom Musiksender Viva mit den Worten „die Gruppe sei zu alt, besonders der Herr in der Mitte“, womit Harald Juhnke gemeint war, abgelehnt. Zeitgleich geriet Juhnke in ziemlich negativen Presserummel und die Veröffentlichung der Single wird aus verständlichen Gründen verschoben.

Für die nächste CD spielen EXTRABREIT sämtliche Hits komplett neu ein und veröffentlichen einen "Best of"-Sampler namens „Superfett“. Leider blieben auch hier die Verkaufszahlen weit hinter den Erwartungen der Plattenfirma zurück. Alle Anstrengungen waren gescheitert. Ende 1997 entscheiden sich Havaii und Kleinkrieg, nachdem Schwoll die Band bereits wieder verlassen hat, das Kapitel EXTRABREIT endgültig zu beenden. Mit dem 98er Album „Amen“, das ziemlich untypisch für EXTRABREIT ist, verabschieden sich die Westfalen mit einer großen Abschiedstournee von der Showbühne. Am 18.09.1998 fällt der Vorhang vor über 4000 Zuschauern da, wo alles begann: in Hagen. Zu dieser einmaligen Show finden sich nocheinmal - übrigens zum allerletzten Mal - die Original "phantastischen Fünf" zusammen und spielen "Polizisten". Als weiterer Special-Gast erscheint Nena und singt mit Havaii "Komm nach Hagen". Von diesem Feuerwerk wird 4 Jahre später, 2002, bei SPV das Doppelalbum „Das letzte Gefecht“ veröffentlicht.

2002 bis heute

Und diese Veröffentlichung 2002 bedeutet den Startschuß für eine weitere Episode EXTRABREIT. Kleinkrieg hatte nach seinem Soloausflug (die LP "Säure" erscheint 2001) Tuchfühlung zu den Urbreiten Kai Havaii und Rolf Möller aufgenommen. Alle drei hatten nach langen Jahre Pause wieder Laune auf eine neue Runde EXTRABREIT. So starteten die „Urgesteine“ samt Kumpel Bubi Hönig (bereits EXTRABREIT 91-93) und dem „Youngster" und einzig Neubreiten Lars Larsson eine kleine Testrunde „Live-Konzerte“. Und darauf hatten die immer noch zahlreichen Fans nur gewartet. Die Spiellaune der Band war wieder geweckt, die Fans entzückt und so starteten die Mannen aus Hagen das „wasweißichwievielte“-Comeback. EXTRABREIT veröffentlichten 2003 den offiziellen Titelsong des DFB zu 40 Jahren Bundesliga - "Er macht ihn rein". Im gleichen Jahr folgte der erste von der Band offiziell genehmigte und abgesegnete "Best Of"-Sampler "Ihre allergrößten Erfolge", sowie zwei spannende DVDs.

Das Jahr 2005 sollte eines der erfolgreichsten EXTRABREIT-Jahre überhaupt werden. Es erscheint das Studio-Album „Frieden“ samt Single-Auskopplung „Neues Spiel“. Dieses Album zeigt die Breiten hart und kernig wie noch nie. Die Kapelle spielt ihr 1000.Konzert der Bandgeschichte als Heimspiel vor ausverkaufter und begeisterter Kulisse in Hagen, erhalten bei dieser Gelegenheit für 500.000 verkaufte Einheiten der LP „Ihre größten Erfolge“ Platin und veröffentlichen von diesem "Ehrentag" eine weitere Live-DVD.

Eine Begegnung der besonderen Art erlebten zahlreiche Besucher dann Anfang 2008. Zusammen mit dem Philharmonischen Orchester Hagen führte man im altehrwürdigen Parktheater Iserlohn alte und neue Songs auf. Die beiden ausverkauften Konzerte wurden so frenetisch befeiert, dass nun Fortsetzungen in Planung sind.

"Live" sind EXTRABREIT nach wie vor eine der ehrlichsten und echtesten Deutschrockbands und jederzeit empfehlenswert. Und durch die treue Fangemeinde, wie zahlreiche Fan-Seiten im weltweiten Netz belegen, ist ein Ende nicht abzusehen. Im Mai 2008, erscheint pünktlich zum 30jährigen Bandbestehen, das neue Album "Neues von Hiob". Diesem schliesst sich eine Deutschland-Tournee an und die Kapelle veröffentlicht eine prallgefüllte Doppel-CD "Live" mit 25 Titeln. Auf der 2008er Tournee treffen wir ab und an auch einen alten Bekannten wieder, nämlich Steve "The Machine" als Vertretung für Rolf Möller am Schlagzeug.

"EXTRABREIT - Nie waren sie so wertvoll wie heute" (Zitat EXTRABREIT im Jahre 2008) - und Recht haben Sie!

Randbemerkungen

Von Kai Havaii erschien eine spannende und ehrliche Autobiographie "Hart wie Marmelade", die seit März 2007 im Buchhandel erhältlich ist. In diesem Buch schildert Havaii seine ganz persönliche Geschichte, in der natürlich EXTRABREIT eine große Rolle einnimmt. Aber auch persönliche Höhen und Tiefen werden nicht ausgespart - sehr lesenswert. Eine Lesetour, unterstützt von seinem Kumpel und Weggefährten Kleinkrieg, inklusive Unplugged-Set läuft weiterhin (Stand März 2008) sehr erfolgreich.

Was machten die "ehemaligen" NDW-Überflieger in den Jahren ohne, bzw. nach ihrer Zeit bei Extrabreit?
Stefan Klein spielte nach der Auflösung 1998 eine zeitlang mit dem bekannten Schauspieler und Kumpel Heinz Hönig in der Spaßcombo "Nockenwellen". Kai Havaii widmete sich derweil der Schauspielerei und wirkte in einigen "Underground"-Filmen mit.

Bassist Hunter bastelte seit Jahren in Hagen an einigen Projekten (Bands wie "Niewea" oder die Lokalmatadore "Los Invalidos") und veröffentlichte in regelmässigen Abständen bis zu seinem Tode Tonträger im Eigenvertrieb. Oft dabei: Michael Gaßmann am Schlagzeug. 2007 verstirbt das Hagener Unikum "Hunter" nach längerer, schwerer Krankheit. Schlagzeuger Rolf Möller betreibt einige Jahre den „Flieger“ – eine Kultkneipe in Hagen. Mittlerweile spielt er wieder neben EXTRABREIT bei der Krautrock-Legende Grobschnitt. Ruhwedel spielte und Michael Gassmann spielt bei der Hagener Gruppe „Mike al Becker“. Tom Schwoll quält weiterhin beeindruckend die Gitarre bei "Kumbelbasis" und Bassist Sebastian Gäbel spielte einige Zeit bei „Gods of Blitz“. Herb Leitner, der einzig Breite aus der Ostmark, bestitzt heute ein Tonstudio samt Fischfarm und verbindet so Urlaub und gutes Essen mit der Musik (Fischfarm von Ex-Bassist Herbert Leitner). Inzwischen leitet er außerdem die Baustelle des Forschungsprojektes "Burgbau" in Friesach.

Empfehlen kann man neben der offiziellen Bandseite www.die-breiten.de (von der man auf unzählige Fanseiten klicken kann) die Heimseite von Stefan Kleinkrieg - auf der man in direkten Kontakt mit dem Gitarrengott höchstpersönlich kommen kann: also "blogt" um Euer Leben: www.kleinkrieg.com!


Original-Extrabreit-Autogrammpostkarte von 1982... zum Vergrößern bitte anklicken (30 KB)   Flyer zum Extrabreit-Album 'Rückkehr der Fantastischen 5'... zum Vergrößern bitte anklicken (67 KB)   Werbecomic zum Extrabreit-Album 'Rückkehr der Fantastischen 5'... zum Vergrößern bitte anklicken (80 KB)
 
noch eine 80er-Autogrammpostkarte ... zum Vergrößern bitte anklickenneuere Extrabreit-Autogrammkarte... zum Vergrößern bitte anklicken Stefan Kleinkrieg Autogrammkarte... zum Vergrößern bitte anklicken


DISKOGRAFIE
 
Singles:

Hart wie Marmelade, 1980
Hurra, Hurra die Schule brennt, 1981
Polizisten, 1981
Her mit den Abenteuern/Duo Infernal, 1982
Kleptomanie, 1982
Learning Deutsch, 1983
Secret Service, 1984
Ruhm, 1984
Blue Moon, 1987
Hurra, Hurra die Schule brennt (Remix 90), 1990 MCD
Flieger, Grüß mir die Sonne (Remix 90), 1990 MCD
Ruhm, Live, 1990
Polizisten (Live), 1991 MCD
Joachim muß härter werden, 1991 MCD
Der letzte Schliff, 1991 MCD
Für mich soll`s rote Rosen regnen, 1992 MCD
Laß es regnen, 1993 MCD
Jeden Tag - Jede Nacht, 1996 MCD
CVJM, 1996 MCD
Nichts ist für immer, 1996 MCD
Verdammter roter Mond, 1998
Öl, 2003 MCD
Er macht ihn rein, 2003 MCD
Neues Spiel, 2005 MCD
Lärm, 2008 MCD
 
LP/CD:
Ihre größten Erfolge, 1980 LP/CD
Welch ein Land - Was für Männer, 1981 LP/CD
Rückkehr der phantastischen Fünf, 1982 LP/CD
Europa, 1983 LP/CD
LP der Woche, 1984 LP/CD
Sex after three years in a submarine, 1987 LP/CD
Das grenzt schon an Musik (Live), 1990 LP/CD
Wer böses denkt soll endlich schweigen, 1991 LP/CD
Hotel Monopol, 1993 CD
Jeden Tag - Jede Nacht, 1996 CD
Superfett - Das Beste, 1996 CD
Weihnachten auf St. Pauli, CD-EP (Promo Sampler zur Hotel Monopol Tour)
Amen, 1998, CD
Das letzte Gefecht - live, 2002, DCD
Frieden, 2005 CD
Neues von Hiob, 2008 CD
Live, 2008 2CD
Gold, 2009 3CD


Von Stefan Kleinkrieg (Gitarre) erschien:
Rif Raf, 1984 SL
Seemann, 1984 SL
Ich schreib es an den Himmel, 1985 SL 1985
Nur für Jungs, 1984 LP
Kleinkrieg, 1990 CD (Auswahl von Stücken aus der LP Nur für Jungs)
Säure, 2001 CD
Arschnachten, 2004 MCD
unter dem Projektnamen "Mona Liza Overdrive"
Viva la ka Bum, 1989 LP/CD
Wand'rin' Star, 1990 MCD

Von Rolf Möller (Schlagzeuger) erschien als "Luthe + Möller"
Jupheidi im Morgengrauen, 1982 LP

Unter Mitwirkung von Wolfgang Jäger "Hunter" als "NieWEA"
CD Ohne Reue - "Los Invalidos"
CD 1997 Schöne Momente

     
 
 
 
 
 
 
 

 

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