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Die Krupps - live im E-Werk, Erlangen, 31.01.2006

 

 

 

 

25 Jahre Bandjubiläum Die Krupps, da war man natürlich sehr gespannt was die Mannen um Frontmann und Bandleader Jürgen Engler live so alles aus ihrem Hut zaubern werden.

Als wir gegen 21h in den noch locker gefüllten E-Werk Saal traten, war bereits die Vorgruppe Lluther aus Irland auf der Bühne. Mit gitarrenlastigem Industrial Rock a la Nine Inch Nails heizten die selbst ernannten "Agents of Empire" dem noch etwas gelangweilt wirkendem Publikum in ohrenbetäubender Lautstärke ein. Die aggressiven Vocals der Iren taten ein übriges, und spätestens zum Ende des Sets waren alle Zuschauer hellwach und bereit für den Hauptact.

Nach etwas längeren Umbauaktivitäten ging's es nun endlich los, unter lautem Jubel betraten die 5 Krupps die Bühne und starteten gleich mit Knallern aus ihrer 90er Crossover Zeit:"Isolation" und "Crossfire". Der Band-Nucleus um Sänger Jürgen Engler und Synthie-Mann Ralf Dörper wurde bei dieser Tour unterstützt von Rüdiger Esch am Bass, Marcel Zürcher an der Gitarre und Oliver Röhl an den Drums. Zusammen boten sie ein absolut kraftvolles, klanglich sehr sauberes, aber auch ziemlich lautes Spektakel, das das Publikum von Beginn an mitriss.

Die erste kurze Verschnaufpause gönnte Mastermind Engler seinen Fans bei der etwas längeren Vorstellung des 1990er Songs "Germaniac". Irrtümlich als "Fatherland" angekündigt (Freudscher Versprecher?) präsentiert die Band ihre kritische Bestandsaufnahme zur damaligen Wiedervereinigung Deutschlands im krupp'schen brachialen Soundgewand.

Noch weiter zurück in der bandeigenen Biographie ging es mit den beiden Songs "Nur für einen Augenblick" und "Volle Kraft voraus" vom gleichnamigen 82er Album. Hart und elektronisch - der Gitarrist hatte sich eine Auszeit genommen - peitschten die verbliebenen Protagonisten durch die Klassiker aus der NDW Ära.

Mit dem Stück "Der Amboss", der deutschsprachigen Version von "Anvil" - im Original von Visage, gab es die erste Überraschung, der zweite neue Titel hieß "5 Millionen", Englers Kritik an die aktuelle politische Landschaft mit momentan ebenso vielen Arbeitslosen.

Der absolute Höhepunkt des kurzweiligen Konzerts begann mit einer äußerst treibenden und langen Version von "Metal Machine Music", bei "To the Hilt" war schließlich Mits(pr)ingen angesagt und zu guter Letzt doch noch die ultimative Krupps-Mitsing-Hymne "Fatherland" beendete das reguläre Set.

Das begeisterte Publikum verlangte nach mehr und bekam es auch: beim zeitlosen Klassiker "Machineries of Joy/Wahre Arbeit wahrer Lohn" und einem grandiosen "Bloodsuckers" als Finale präsentierte sich Sänger Engler auch nach anderthalb Stunden noch genauso wild und aggressiv wie zu Beginn. Wo nimmt der Mann nur seine Energie her?

Obwohl schon 25 Jahre auf dem Buckel, fügen sich auch die frühen, deutschsprachigen Stücke gut in die Gesamt-Performance ein. Der häufige Gebrauch des Stahlofons, eine Art überdimensionales Xylophon aus Metallrohren, auf das Engler wild einschlug, intensivierte den Eindruck der schwer arbeitenden Krupps Musiker.

Aber, wer die Worte "Wahre Arbeit, Wahrer Lohn" predigt, der darf sich natürlich nicht auf der Bühne ausruhen... Es wird also wieder gearbeitet in deutschen Landen!

Einzig zu bemängeln war das nicht vorhandene Angebot am Krupps-Merchandise Stand, die außer einem kleinen Stapel der "25-Jahre" Konzertposter nichts mehr vorrätig hatten. T-Shirts oder Tonträger - auch die auf der Homepage beworbene Jubiläums-Tour CD - Leider Fehlanzeige.

Idaho

 
 

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