IchWillSpass-Startseite
Bands Platten Medien Historie Forum Termine Diverses Intern
Bands Titelsuche Video-DVD Geschichte Forum Aktuell Links Impressum
Labels CD-Checks Literatur Charts Umfragen Berichte Geburtstag Team
Interviews Daten
 
 
Hoff - Alien & Ewiglein
   

1982 wurde nach dem überraschenden Erfolg des NDW-Songs "Ich bau Dir ein Schloß", eingespielt durch ein Studio-Projekt Namens Neue Heimat (u.a. mit Wolf Maahn als Sänger und Klaus "Major" Heuser an der Gitarre), eine Band zusammengestellt, um an den Erfolg der Single anzuknüpfen. Mit dabei waren Purple Schulz (Stimme, Tasten), Josef Piek (Gitarre), Hagü Schmitz (Bass), Freddy Böhmer (Tasten) und Dieter Hoff (Schlagzeug). Die zum Single-Hit erschienene LP "Die Härte" ging - trotz guter Titel wie "Ich tanze mit Dir in den Himmel" oder "A-lo-a-hee" - sang und klanglos im Vö-Irssin der NDW-Zeit 1982 unter. Auch der Nachfolge-Scheibe "Hautnah" erging es erst nicht besser, die Platte blieb in den Regalen liegen. Das änderte sich erst mit der dritten (!) Auskopplung "Sehnsucht", welche 1984 bis auf Platz 6 der deutschen Single-Charts steigen sollte. Diese Single erschien bereits unter dem Gruppennamen Purple Schulz und die neue Heimat, auch das Album zog schlussendlich nach und man konnte in den nächsten Jahren, Böhmer und Schmitz hatten die Band bereits verlassen, als Purple Schulz mehrere großartige Erfolge in Deutschland befeiern ("Verliebte Jungs", "Kleine Seen" usw). Ende 1987 stieg Dieter Hoff aus der erfolgreichen Band aus und verschwand für einige Jahre in Afrika.

(Anmerkung: Purple Schulz ist übrigens bis heute musikalisch aktiv, unlängst erschien sein neues Album "Der Sing des Lebens")

Musikalisch blieb Dieter Hoff aber auch nach seinem Ausstieg aktiv, 1990 erschien die LP/CD "Wer ist hier verrückt" sowie noch einige Singles. Später gründete er sein eigenes Label "Tonsport" und spezialisierte sich auf Techno und House, unter dem Pseudonym "Freitag" veröffentlichte er weitere Titel.

Nun erscheint ein neues Studio-Album "Alien & Ewiglein" bei SONY. 13 interessante Titel sind auf dem Album enthalten, darunter eine sphärische, melancholisch-schöne Version von "Kleine Seen" (im "Gabriel Ananda RMX"), ein Cover des bekannten Tom Waits-Titels "Time" (später von Gerd Köster als "Zeit" in deutscher Sprache veröffentlicht), sowie eine neue Version vom Titel "Windstill" der Gruppe Keimzeit.

Die elektronische Musik, teilweise im Liedermacher-Konzept vorgetragen, ist speziell und interessant. Musikalisch verweigert sich Dieter Hoff dem Mainstream: "Man muss bereit sein, Neues auszuprobieren. Das aktuelle Album ist unbequem, man muss sich die Songs mehrfach anhören, bevor sich diese öffnen. Es ist keine Musik, die man einfach konsumieren kann, man muss sich zum reinhören Zeit nehmen."
Die Texte voller Schwermut und Nachdenklichkeit, dazu immer tiefgründig, begleitet durch sanfte Töne mit viel Piano und Gitarre - fein abgestimmt: das ist HOFF (und hin und wieder erinnert die Stimme doch tatsächlich an seinen alten Partner Purple Schulz).

HOFF über seine Musik
"Musik ist die Gänsehaut der Seele", glaubt Hoff. "Manchmal kommen die Wände auf mich zu und dann, dann steht da das Klavier. Die Fenster gehen auf, die Gedanken fliegen los und werden zu Melodien." Hoff ist ein Geschichtenerzähler. Hoffs Lieder sind Erinnerungen – ungeschönt und hoffnungsvoll. "Ich kann mich nicht abfinden damit", sagt Hoff. "Genau so, wie du deinen Rohrbruch reparieren musst, weil sonst das Leben in deinen vier Wänden unerträglich wäre. Vielleicht will ich ja was reparieren, was nicht zu reparieren ist – aber der Wille dazu, hält mich am Leben." Und er gebiert die Lieder, die der hässlichen Fratze der Liebe die Schönheit der Existenz entgegensetzen. Wer barfuss zweimal um die Welt gelaufen ist, so wie Hoff, der weiß, dass es diese Schönheit gibt. Die meisten gehen nicht mal mit Schuhen um die Ecke. Sie lassen sich von ihrer Angst fesseln. "Alien und Ewiglein" hingegen ist ein Befreiungsschlag: sanft, poetisch und bestimmt.

Nun darf sich HOFF, dessen Toningenieur ihn als männliches Pendant zu Hildegard Knef bezeichnete, durchaus Hoffnung machen, dass er mit seinen elektronischen Liederetüden, die anmuten wie ein deutsches Pendant zum Nouvelle Chanson, den Nerv eines großen Publikums trifft. Man soll schließlich die HOFFnung nie aufgeben.

Links:
https://www.rosaistkaputtesrot.de

https://www.youtube.com/watch?v=F7o6sDw_9cg

(Michael)

 



01 Rosa 3:40
02 Alien & Ewiglein 5:06
03 Mond Remix – Gabriel Ananda 4:20
04 Geh Mir Aus Dem Weg 3:54
05 Luft 2:32
06 Kleine Seen Remix – Gabriel Ananda 5:07
07 Windstill 4:45
08 Science Fiction 5:47
09 Zeit 3:49
10 Bernie 3:03
11 Weiter Mit Dir 4:13
12 D' Artagnan 3:21
13 Dwan Remix – Harnes Kretzer 3:29

 

 

 

 

Über Feedback im IWS-Diskussionsforum freuen wir uns!