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Pressestimmen von damals zur Band IDEAL
 
 
   "Was soll man viel sagen? In den letzten Monaten und ohne LP hatten IDEAL mehr Presse als z.B. Klaus Schulze in seinen ersten 3 Jahren..." (Testmag. Musiker 3/81). "IDEAL bringt eine Bühnenperformance, die ihresgleichen sucht" (Szene, Hamburg). "Geheimtip der Szene"(tip, Berlin). "IDEAL gehört zu den positiven Überraschungen auf dieser Szene"(Zitty, Berlin). Und was Lustiges: "Einfallsreiche, spritzige Tanzkapelle, die mit Ohrwürmern in Schräglage ... voll überzeugte" (Berliner Morgenpost). Und zu dem Barclay James Harvest Konzert vor 100.000 Leuten, wo IDEAL (nur!) als Vorgruppe angesagt war, schrieb vorher der Berliner tip: "IDEAL, wahrscheinlich der spannendste Teil des Reichtagsprogramms". Und nachher: "Streng genommen hätte man nach der ersten Stunde gehen können, denn den einzigen spektakulären Auftritt bot IDEAL..." (tip, Siegen) und "...denn der einzige musikalische Höhepunkt fand bereits am Konzertbeginn statt, als die stilistisch reizvoll offene Berliner Gruppe IDEAL mit inspirierten, mitunter witzigen Eigenkompositionen aufwartete und wieder einmal bewies, daß sie zur Zeit eine der interessantesten Formationen der Stadt ist." (Tagesspiegel Berlin).
 
 
Porträt "Berliner Szene: Idealisten mit Scharfblick" (Der Tagesspiegel, 02.11.1980):
 
   " Es waren die ersten Frühlingstage des Jahres 1980. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten, die Stadt erschien in mildem Glanz - da geschah das Unglück: die X-Pectors, Rockmusik-Sextett aus Berlin und große Hoffnung der hiesigen New-Wave-Fans, lösten sich quasi über Nacht auf. Herbe Enttäschung grassierte auf der "Szene", denn die Nachwuchs-Formation galt als eine der talentiertesten Zugnummern in den hiesigen Konzerthallen. Wer konnte damals schon ahnen, daß sich aus den Überresten der X-Pectors eine neue Band entwickeln würde, die nun alle Chancen hat, beim jugendlichen Rockpublikum an der Spree nicht nur die alten Lorbeeren wieder aufzufrischen, sondern auch gleich jede Menge neue zu sammeln.
 
   Die beiden kreativsten X-Pectoren, Sängerin Annette Humpe und Gitarrist Eff Jott Krüger, formten nämlich alsbald die Gruppe IDEAL, die heute außerdem aus Bassist Ulrich Deuker und Trommler Hansi Behrend besteht. Auch diese beiden Tonkünstler waren vorher schon in anderen Gruppen aktiv, sie sind alles andere als unerfahrene Neulinge im Rockzirkus. Uli spielte früher bei der Politrock-Truppe Linkerton und bis letztes Jahr bei dem jazzig angehauchten Margo-Quintett, bevor er sich jetzt bei IDEAL von aktuelleren New Waves fortspülen ließ. Hansi Behrend trommelte schon bei den verschiedensten Berliner Bands als Percussionist und gehört inzwischen zur festen Besetzung von Volker Kriegels Mild Maniac Orchestra. Die routinierte Professionalität der vier Idealisten prägt den auch den ungewöhnlichen Arbeitsstil und Übungs-Rhythmus der Band, von dem der außenstehende Beobachter zunächst einfach verblüfft ist.
 
   Als die Musiker Ende Juli erfuhren, daß sie beim großen Pop-Marathon vor dem Reichstag mit Barclay James Harvest ebenfalls aufspielen sollten, brach bei Ihnen keinesfalls jene nervöse Hektik aus, die weniger erfahrene Bands sonst angesichts solcher Auftritte vor vielen Tausend Zuhörern befällt. Diese Gelassenheit resultiert aus langjährigen musikalischen Erfahrungen. Die musikalische Konzeption der IDEAL-Rocker ist zudem bewußt so angelegt, daß die beachtlichen technischen Fähigkeiten der vier Akteure nie bis zum letzten gefordert werden. Gitarrist Eff Jott Krüger sieht es so: "Viele Bands nehmen sich irre schwere Sachen vor, die sie sogar an guten Tagen im Übungskeller kaum hinkriegen. Da starren sie dann auf der Bühne angestrengt auf den Gitarrenhals und quälen sich mit ihren Super-Soli ab. Das ist doch nur Krampf, macht keinen Spaß mehr. Vor allem nicht den Zuschauern!" Trommler Hansi Behrend ergänzt: "Wir bleiben lieber unterhalb unserer Leistungsgrenze. Da kommt dann alles viel lockerer rüber und überträgt sich auch aufs Publikum."
 
   Genau so entspannt geht's auch im idealen Übungsraum zu. Die vier wollen nicht alle anderen persönlichen Interessen nur der Musik unterordnen, wie viele Bands, die regelmäßig bis tief in die Nacht hinein proben und ihre ganze Freizeit dafür opfern. "Man kann sich ja auch tot-üben", meint Hansi Behrend. "Wer immer nur Rock'n Roll spielt, muß einfach mal den Spaß daran verlieren. Den Fehler machen wir nicht."
 
   Daß von dieser ausgesprochen lebendigen Band einiges zu erwarten ist, hat sie gleich in ihrer Frühphase unter Beweis gestellt. Kaum zwei Monate nach der IDEAL-Gründung spielte sie im durch Senatsgelder finanzierten "Beat-Studio" in Wilmersdorf ihre erste Single ein, die in Eigenregie produziert und vertrieben wurde. Die kleine schwarze Scheibe mit den Titeln: "Wir stehen auf Berlin" (A-Seite) und " Männer gibts wie Sand am Meer" gehört zweifellos zu den originellsten, auch spritzigsten Produktionen, die in letzter Zeit an der Spree entstanden sind. Da die hiesigen Radiostationen die Platte recht häufig spielten, sind die tausend gepreßten Exemplare schon fast vergriffen - gerechter Lohn für eine mutige Eigeninitiative, die inzwischen immer mehr Berliner Bands ergreifen, um von den großen Schallplatten-Labels unabhängig zu werden. Die beiden Songs dieser IDEAL-Single repräsentieren fast die gesamte stilistische Bandbreite des Quartetts: Während die A-Seite eher konventionellen Pop-Rock bringt, werden bei "Männer gibts wie Sand am Meer" abgehackte Baß- und Gitarren-Riffs gegeneinander gesetzt, die nicht von aufwendigen Arrangements vernebelt sind und so eher schroffe Melodien-Fragmente ergeben. Annettes unterkühlte Stimme läßt keinen Zweifel daran, daß hier textlich und atmosphärisch von erkalteten Leidenschaften und menschlicher Sehnsucht die Rede ist. Ein Hauch von Parodie und Zynismus schwingt mit.
 
   Die musikalischen Arrangements werden bei IDEAL kollektiv erarbeitet. Die meisten Texte stammen aus Annettes Feder: "Ich möchte da keine bedeutungsvollen Geschichten erzählen. Ich habe eher eine Vorliebe für bestimmte Wortkombinationen, die mir gefallen und verwandte Assoziationen wecken. Noch was: Ich habe keine Message."
 
   Die hat wohl inzwischen keine Band mehr, seit die meisten Polit- oder Sozialrock-Experimente wirkungslos verpufft sind. IDEAL versteht sich auch deshalb eindeutig als Unterhaltungs- und Tanzkapelle in neuestem Design, wobei die Musik ruhig einen eigenen künstlerischen Stellenwert besitzen darf. Diese Konzeption sagte dem Regisseur Rosa von Praunheim so zu, daß er die Filmusik für seinen neuesten Streifen "Rote Liebe" von IDEAL einspielen ließ. Demnächst wird auch die Debüt-LP des Quartetts erscheinen, die im Tonstudio des Elektronik-Meisters Klaus Schulze mit beachtlichem zeitlichen und technischen Aufwand produziert wurde. Am 12. November tritt die Gruppe IDEAL in der Freien Volksbühne auf. Da darf man gespannt sein.    "
 

 
Gibt es noch mehr Infos zu IDEAL?
  Original-WEA-Bandfoto von IDEAL ... zum  Vergrößern bitte anklicken
 (38 KB)   Gibt es bei uns, na klar!
Auf unserer IDEAL-Hauptseite!

 
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