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Foyer des Arts
    Viel tiefgründiger, als "Wissenswertes" vermuten läßt.   Bild von Foyer des Arts...  


 

Die Band
    Max Goldt (Gesang)
Gerd Pasemann (Instrumente)
 


 

Fakten, Fakten, Fakten
 

 

 

 

Cover vom Foyer des Arts-Livealbum 'Was ist super?'... zum Vergrößern bitte anklicken (35 KB)

 

 

 

 

Nach zwei weniger erfolgreichen Singles unter dem Namen Aroma Plus benannten sich die beiden Musiker Max Goldt und Gerd Pasemann in Foyer des Arts um und veröffentlichen 1981 die komplett improvisierte Platte Die seltsame Sekretärin. Der damalige Musikstil wird von Max Goldt später so beschrieben: "Rubbermind-Instrumentarium (mit Schlagstöcken, Pappen und Blechen verflochtene Gitarren und Zithern) plus reduzierte Rockklänge."

Doch erst mit der noch auf dem Eigenlabel folgenden Single Eine Königin mit Rädern untendran, ein kleiner Berliner Underground Hit, wurde die Musikindustrie auf die beiden aufmerksam und auf WEA erscheint 1982 die LP Von Bullerbü nach Babylon.

Von Bullerbü nach Babylon ein weiter Weg in kuzer Zeit Schön ist die Jugendzeit Ohne Idole und Ideale radelt man vorbei An Religionsruinen, runenübersät Und es ist nie zu spät Von Bullerbü nach Babylon. (Innencover LP "Von Bullerbü nach Babylon")

Die Musik war sehr experimentell und die Texte sperrig, die Hälfte der Lieder sogar auf englisch gesungen, damit konnte das damalige Publikum wohl nichts anfangen, demzufolge floppte die LP. Und das obwohl vor allem die zweite Single Wissenswertes über Erlangen den Weg in die Charts fand und auch noch heute noch das bekannteste Lied der Band ist - wiederveröffentlicht auf zahllosen NDW CDs. Es haben wohl zu wenige den Hinweis auf der dritten Auskopplung Trends befolgt:
"Trends ist die dritte Single, die aus unserer LP "Von Bullerbü nach Babylon" ausgekoppelt wird. Das ist nämlich der Trend bei den Plattenfirmen von jeder LP Unmengen von Singles auszukoppeln. Möglicherweise gehören Sie zu denen, die jetzt schon alle drei Foyer des Arts - Singles gekauft haben. Besten Dank dafür! aber für die 19,50 DM hätten Sie die LP mit doppelt so vielen Stücken auch bekommen. Also, bevor die restlichen Stücke auch noch als Single herauskommen, kaufen Sie gleich die LP."

Danach wurde er ruhig um die Band, und erst wieder 1986 brachten sie das nächste Album Die Unfähigkeit zu frühstücken heraus. Es folgte 1988 Ein Kuss in der Irrtumstaverne und nach einer jahrelangen Trennung 1995 das Album Menschen. Foyer des Arts hatte wohl damals wie heute das Problem, daß sie zwar als intellektuelle Pop Avantgardisten bezeichnet und durchaus beachtet wurden, sie konnten jedoch nie eine richtige Zielgruppe ansprechen. Dazu Max Goldt:
"Irgendwie galten wir zwar als genial oder so was, aber andererseits auch als völlig unverkäuflich. Das größte Problem war sicher die Vielfalt der Stimmungen. Wenn wir nur spaßige Liedchen gemacht hätten, wäre es kommerziell einfach gewesen. Nicht nur kommerziell: Ein lustiges Lied schreibt sich viel leichter als ein ernstes. Ein Humor, der die Komplexität des Lebens außer acht lässt und dem Publikum die Zeit nur mit drolligen Reimen vertreiben will, interessiert mich aber nicht. Oder wir hätten uns ein konsequentes Düster-Image zugelegt, das wäre auch gegangen. Ich finde aber, der Stimmungswechsel gehört zum Leben und daher auch zur Kunst. Daß es durchaus Individuen gibt, die Freude an anderer Leute Eigenständigkeit haben, war niemandem zu vermitteln. Es gab nicht wenig Bewunderung, aber keinerlei Unterstützung. Wir hatten kein Management, keinen Produzenten, keinen Etat, keine Videos, kein gar nichts. Wir hatten nur Mund-Propaganda, aber damit kann man keine Produktionen finanzieren."

Nichtsdestotrotz sollte jeder NDW Fan zumindest einmal in die LP Von Bullerbü nach Babylon reinzuhören, falls man sie überhaupt noch findet, dann sie ist inzwischen zu einem gesuchten Sammlerstück geworden. Dort finden sich so obskure Perlen wie Hubschraubereinsatz, der Scheinasylanten und Handtaschenräubern gilt, oder der Wave Clubhit Komm in den Garten. Wer sich einen kompletten Überblick über das Schaffen Foyer des Arts verschaffen will, dem sei die Compilation CD Könnten Bienen fliegen aus dem Jahre 2000 empfohlen. Heute kennt man Max Goldt eher als Literaten und Titanic-Kolumnisten, und vor allem als Vorleser, dessen amüsante Lese-Abende die Fans zu hunderten anziehen.


DISKOGRAFIE:

Singles:
Eine Königin mit Rädern untendran, 1981
Wissenswertes über Erlangen, 1982
Trends/Hubschraubereinsatz, 1982
Ein Haus aus den Knochen von Cary Grant, 1984
Schimmliges Brot, 1985
Gleichzeitig, 1986
 
LPs:
Die seltsame Sekretärin, 1981
Von Bullerbü nach Babylon, 1982
Die Unfähigkeit zu Frühstücken, 1986


CDs:
Von Bullerbü nach Babylon, 2003

 
 

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