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(Moderatoren: Michael, R, Idaho)
   War die NDW faschistisch?
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   Autor  Thema: War die NDW faschistisch?  (Gelesen 16391 mal)
TanjaKrienen
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War die NDW faschistisch?
« am: 07/24/04 um 16:33:20 »
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War die „Neue Deutsche Welle“ faschistisch?
 
Die folgende – nur leicht gekürzte - Ausarbeitung entstand für die Schülerzeitung der „Käthe-Kollwitz-Schule“, an der ich meine pädagogische Ausbildung absolvierte. Der Text wurde im Dezember 1981 geschrieben. Er fällt noch immer politische Urteile und löst die Ambivalenz der neuen Texte nicht auf. Dies ist sehr inkonsequent und nicht völlig überzeugend, da doch gerade ich, die sich ständig auf den Dadaismus bezieht, diesen Punkt hätte besser heraus arbeiten müssen. Die politische Barriere, der Zwang sich niemals mit Relativierern des Faschismus gemein zu machen, wirkt hier noch immer lähmend. Dabei ging es auch gar nicht um eine solche Gefahr, sondern vielmehr stand der Bruch mit einem Milieu kurz vor bevor.  
 
Der Text jedoch entstand zu einer Zeit, in der ich noch immer revolutionäre Ideen mit Kunst unterschiedlichster Art verquicken wollte und so kann die gesamte Richtung einen gewissen Verbalradikalismus nicht verhehlen. Die Gruppe, an der ich meinen antifaschistischen Geist abmühte, DAF, schenkte der Welt (und mir) immerhin einige beachtliche Stücke
 
Nun also der Text, quasi eine frühe TK-Polemik – fast ein Vierteljahrhundert alt - noch ein bisschen spätpubertär, aber mit einigen brauchbaren Ansätzen.
 
Tanz den Mussolini oder Ist die NDW faschistisch?
 
In den vergangenen Wochen und Monaten, wurde eine sehr hitzige und kontroverse Diskussion über die Frage, ob es faschistische Tendenzen in der Neuen Deutschen Welle bzw. in der Punkbewegung gibt, geführt.
 
Die Kritiker der NDW zeichneten sich hierbei in erster Linie dadurch aus, dass sie ihre undialektische Herangehensweise an der Erörterung dieser Frage, nicht geschickt verbergen konnten. So scheint ihnen das Primärste bei der NDW, bzw. beim Punk, in nicht greifbaren geistigen Regionen zu liegen.  
 
Auch die Polemik der Avantgarde der Rockmusikkritiker ist kaum noch zu erkennen oder sollte sie, mitsamt ihren dubiosen Inhalten, inzwischen gar gänzlich verschwunden sein? Jedenfalls scheint phrasendreschendes Drauflosschlagen die Diskussion zunehmend zu diktieren. So aber wollen wir uns doch zunächst einmal in sachlicher Form einige Fakten ansehen. Es folgt ein winziger Abriss der Geschichte des Punks:
 
Punk entstand in den Jahren 1976/77 vor dem Hintergrund einer erneuten Krise des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Einer Krise mit Massenarbeitslosigkeit, die bis auf den heutigen Tag andauert. Aber nicht nur „das System“, auch die Musikszene befand sich in einem desolaten Zustand. Besonders deutlich waren die sozialen Gegensätze und die Erschlaffung der Rockmusik in England zu spüren. In dieser Phase begannen einige Jugendliche ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen. Durch Provokationen (buntgefärbte Haare, zerschlissene Kleidung und einer unkonventionellen Sprache) und einer Musik, die schnell, hart und aggressiv war, wurden die selbstzufriedenen Bürger einer bankrotten Gesellschaft geschockt. Aber dahinter war mehr als der Spaß Bürgerschreck zu spielen. Es war vielmehr, nach der langen Zeit der Frustationen, das Signal eines Aufbruchs zur Selbstfindung, eine Rückbesinnung auf das eigene Ich.  
 
Punk hatte (und hat) demnach zwei Seiten, eine politische (Auflehnung gegen die Gesellschaft) und eine private (Besinnung auf das eigene Individuum). Auf die Frage inwieweit das private und politische Leben eine Einheit bilden, kann ich aufgrund des beschränkten Raumes für meine Äußerungen nicht eingehen.
 
Jedenfalls kam es in England zu einem sprunghaften Ansteigen der Zahl der Punk orientierten Jugendlichen. Es gründeten sich hunderte neuer Bands, die begannen ganz spontan Musik zu machen und diese auf ebenfalls neugegründeten Plattenlabels, in kleiner Stückzahl, herausgaben. Die Entwicklung war nicht mehr aufzuhalten. Dennoch dauerte es eine Zeit, bis der britische Funke auf den Kontinent übersprang. Was dann im Jahre 1978 erstmals der sogenannten breiten Öffentlichkeit als Punk verkauft wurde, war nicht mehr als Produkt smarter Musikmaker. Trotz dieser Versuches dem Punk die Spitze abzubrechen und ihn mediengerecht zu vermarkten, entwickelte sich die Bewegung ähnlich wie in England. Heute, an der Jahreswende 1981/82, stehen wir vor einer veränderten Situation in der festzustellen ist, dass der Punk sich zur Neuen Wellen hin entwickelte und einiges der Spontanität verloren ging. Aber davon später...
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TanjaKrienen
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Re: War die NDW faschistisch? - Teil II
« Antworten #1 am: 07/24/04 um 16:46:19 »
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Kehren wir, mit Verlaub, zur Ausgangsfrage, ob es in der NDW bzw. beim Punk faschistische Tendenzen zurück. Anlass für diese Diskussion ist der Text einer Gruppe, die ihre erste Aufnahme in Gevelsberd-Silschede (im „Grün in“) einspielte, der Deutsch-Amerikanischen-Freundschaft (DAF). Der Text des Liedes „Tanz den Mussolini“ lautet:
 
Geh in die Knie
Und wackle mit den Hüften.
Klatsch in die Hände
Und tanz den Mussolini.
Tanz den Mussolini!
 
Und jetzt den Adolf Hitler.
Beweg Deinen Hintern
Und tanz den Jesus Christus.
 
Ist dies nun eine Neonazihymne, wie einige findige Leutchen heraus gefunden haben wollen? Oder gar ein Lied, welches den Faschismus verherrlicht? Was würde man sagen, wenn DAF singen würde: Tanz den Kommunismus! Wäre das eine Stellungsnahme für den Kommunismus? Was also wäre, wenn sie es singen würden? Nun, - sie tun es! Wo? Im gleichen Lied, muss die einfache und schlichte Antwort lauten!
 
Es ist also festzustellen, dass der Text des „körpermusikalischen Stückes“ „Tanz den Mussolini“, weder pro kommunistisch, noch faschistisch, sondern ganz einfach dämlich ist. Dämlich deshalb, weil dem Texter in den fünf Minuten Kotzzeit, die er wohl beim Erstellen seines „Werkes“ benötigte, irgendein grober Fehler in die Optik geraten zu sein scheint. Denn was mag sich Gabi Delgado Lopez, so heißt er, bei seiner unglückseligen Aneinanderreihung der Wörter Hitler, Mussolini, Jesus Christus und Kommunismus wohl gedacht haben? Wer einen Zusammenhang zwischen Hitler, Mussolini, Jesus Christus oder dem Kommunismus entdeckt, teile dieses bitte der Redaktion mit, wir werden und dann bemühen dies zu würdigen!
 
Also, für alle noch einmal ganz langsam und zum Mitdenken: Der Text ist eine Dummheit, aber ganz und gar keine Neonazihymne, auch wenn er dafür das geistige Niveau mitbringt.  
 
Ganz kluge Leute haben herausgefunden, dass selbst in den Namen der Gruppe der NDW ein latenter Faschismus durchklingt. So zeigte sich die ansonsten von mir geschätzte Moderatorin des „Kölner Treffs“, Elke Heidenreich, ein bisserle schockiert über Namen wie: Deutsch-Amerikanische Freundschaft, Nachdenkliche Wehrpflichtige, Einstürzende Neubauten, Freiwillige Selbstkontrolle, Wirtschaftswunder, ZK, Hass, Störtrupp, Kriminalitätsförderungsclub, Vrontal und andere. Die Annahme, hierbei könnte es ich um Ironie handeln, ließ sie durch eine genießerische, sorgenvolle Miene gar nicht erst aufkommen.
 
Zu glauben, die Gruppe Deutsch-Amerikanische-Freundschaft könnte sich aufgrund ihrer besonderen Freude über das gleichnamige Bündnis einen derartigen Namen gegeben haben, muss unter der Rubrik „besonders absurder Gedanke“ zu den Akten gelegt werden. Mit der gleichen Logik könnte man annehmen, die am 12. April 1901 gegründete Kabarettistengruppe „Die elf Scharfrichter“, hätte aus Befürwortern der Todesstrafe bestanden. Erschwerend kommt bei diesen Herren noch dazu, dass sie sich z.B. folgende Namen gaben: Dionysos Tod, Kaspar Beil, Serapion Grab, Max Knax, Till Blut, Balthasar Starr oder Frigidus Strang! Was will ich damit sagen? Nun, es ist keineswegs neu etwas ironisch zu überzeichnen oder auch mit Worten zu spielen.
 
Wenden wir uns nun der Frage zu, wo wir die Wurzeln des besonders Humors des Punks suchen müssen? Denn der Humor, der in vielen Texten auftritt, wird, ebenso wie andere Artikulationen in Punk-Songs von simplen Kreisen als „unkonkret“ angesehen. So ist ihnen der Unverstand beim Lesen eines Fanzines (das sind kleine selbsterstellte Heftchen der Szene für die Szene, die in lockerer und witziger Form, in denen sich weitgehend die eigenen Erlebnissen wiederspiegeln) anzusehen, um über sie bescheid zu wissen. Die Wurzeln des Humors jedenfalls, dies ist den Meisten jedoch nicht bewusst, liegt im Dadaismus.
 
Dada war eine revolutionäre Bewegung in Literatur und Kunst, die das Kunstwerk durch die Zerstörung der logisch gebundenen Formen in Frage zu stellen, und das Willkürliche ihm entgegenzusetzen beabsichtigte. Dada entstand 60 Jahre vor dem Punk 1916 und hatte kurz nach dem ersten Weltkrieg seine Blütezeit. Dada und Punk haben die Gemeinsamkeit mit Symbolen zu arbeiten und dabei provokative Zusammenstellungen zu erwirken.  
 
Bürgerliche Kunstkritiker zeigten ihre Abscheu vor Dada und schrieben: „Diese Burschen (die Mitglieder der Dadabewegung) kommen daher und machen trostlose Trivialitäten aus Lumpen, Abfällen und Müll!“ Das klingt ja nun sehr aktuell. Eine Gerichtsverhandlung im Jahre 1921 gegen das KPD-Mitglied und Dadaisten Wieland Herzfelde brachte reaktionären Schreibern folgende Erkenntnis über den Dada-Humor: „...der Humor des Dadaismus...ließ Blicke tun in Welt und Lebensanschauungen, die der deutschen Wesensart vollkommen feindlich sind.“ Ein Grund wohl dafür, dass Dada in der Zeit des Faschismus zur „entarteten Kunst“ gerechnet und nicht mehr öffentlich ausgestellt werden durfte.
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TanjaKrienen
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Re: War die NDW faschistisch? - Teil III
« Antworten #2 am: 07/24/04 um 16:47:22 »
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Ein Anklagepunkt der immer wieder gegen den Punk erhoben wird, ist der Vorwurf, die Lieder wären musikalisch nicht vielfältig genug. Außerdem mokiert man sich in den „besseren Kreisen“ darüber, dass die Punkmusiker in der Regel maximal drei Griffe beherrschen. Das sagen gerade jene Leute, die man wohl als die Zerstörer der Rockmusik der 50er und der Popmusik der 60er bezeichnen kann. Gruppen wie Deep Purple, Led Zeppelin oder andere dieses Schlages, die dem ursprünglichen Rock diametral entgegenstanden. Krachmacher, die nichts anderes machten als Kunst und Brutalrock! – mit ermüdenden, langatmigen und unspontanen Solis, die dazu brutal und humorlos vorgetragen wurden. Dabei verstanden es die „Rockgruppen“ einen beinahe einzigartigen Personen – und Gruppenkult aufzubauen.
 
Diesen ganzen Unfug fegte der Punk hinweg - er fing wieder beim Ursprünglichen an. Jeder der Lust hatte gründete eine Gruppe, trat auf oder produzierte eine Schallplatte (natürlich meistens in geringer Auflage). Jeder wurde sein eigener Star. Viele gründeten, wie schon erwähnt, neue Plattenlabels, welches sich in der Folgezeit nicht unerheblich auf die Umsatzzahlen bei den großen Plattenfirmen auswirkte. Dieses war (und ist) einer der großen Verdienste des Punks. Daily Terror -
 
Wir himmeln keinen an
Egal wie er heißt
Wir machen selbst was
Auch wenn jeder drauf scheißt
Wir wollen keine Führer
Und führt keiner an
Wir hab´n keine Idole
Bei uns gibt`s keinen Supermann.
 
Ein paar Kritiker des Punks aus dem Bereich der Folkmusik, zeigten sich nicht nur über die Musik entsetzt, sondern zudem über die ihnen angeblich zu unpolitischen Texte, was daran liegen mag, dass diese Leute außer „Tanz den Mussolini“ in der Regel keine anderen Texte kennen. Sehr verwunderlich ist es nur, diesen Einwand ausgerechnet von jenen Leuten zu hören, die im 1968er Geist den protestierenden Liedern Bob Dylans zuhörten, mit ihm aber auch die Entwicklung zum Jesus People mitmachten. Die gleichen Köpfe, die beim Konsumieren klassischer Musik der feudalistischen Soldschreiber (Mozart, Beethoven, Haydn u.a.) hinschmelzen und mit geschlossenen Augen der Götterdämmerung oder dem Nibelungenring des faschistoiden Wagners lauschen und sich dabei dem erquickenden Gedanken an kleine gehörnte Waldgeister hingeben. Es sind die gleichen Typen, die stinkende Räucherstäbchen schwingend, im bekifften Kopp „Was wollen wir trinken“ von den Bots gröhlen.  
 
Gerade diese Gestalten, die mit einer nicht mehr zu vertretenen Arroganz auf die Punk und New Wave Musik herab blicken, gerade sie hören Musik, der man politisch anspruchsvolle Texte wie sie beim Punk vorkommen, einmal wünschen würde. Kein Bob Dylan, keine Joan Baez und keine Bots kommen in ihren oftmals tranig poetischen und pseudoreligiösen Texten zu einer derart konkreten Aussage, wie sie in vielen Punktexten zu finden ist. Einige kleine Textbeispiele zur Untermauerung meiner Thesen:
 
Über die Krieggefahr – Ihr Helden – Hass
 
Ihr baut Bomben und Kanonen
Wollt auf andren Sternen wohnen
Wollt totale Perfektion
Ich frag mich was bringst mir schon
Denn was macht ihr für mich – nichts!
Ihr baut Raketen und Kasernen
Ich soll sterben für den Sieg
Und was macht ihr für mich – nichts!
Über Neonazis – Hoffmann – Hass
 
Zucht und Ordnung, reine Rasse
So soll sie sein, die Arierklasse
Nazischweine!
Stramm marschieren, ganze Kerle
Nur gehorchen, nicht mehr denken
Hoffmannscheißer!
 
Über Deutschland – Deutschland – Slime
 
Wo Faschisten und Multis das Land regiern
Wo Leben und Umwelt keinen interessiern
Wo alle Menschen ihr ich verliern
Da kann eigentlich nur noch eins passiern:
Deutschland muss sterben, damit wir leben können!
 
Keine Eile - Vrontal  
 
Angestellte dumm wie Brot
Deutschland, Deutschland über allen
Werkschutz sorgt für Hausverbot
Die alten Tricks, die neuen Fallen.
 
Wenden wir uns zuletzt dem wirklich vorhandenen Problem der Kommerzialisierung zu. Auch hierbei beweist sich das Duo (Disko-) DAF als Vorreiter. Gabi´s dummer, aber ernstgemeinter Ausspruch „Wir haben Bock auf Popularität“, zeigt die Gefahr der NDW dort zu landen, wo der Punk! niemals hin wollte. Auch scheint mit steigenden Verkaufszahlen der Anspruch der NDW-Gruppen zu sinken. Die Musik ist jedenfalls konplizierter geworden, die Elektronik hat schon lange Eingang in die Musik gefunden und die Texte sind nicht mehr so spielerisch und/oder aggressiv. Hat auch der Kommerz in der NDW die Oberhand gewonnen, so gibt es gottlob aber immer noch den Punk. Und so lange lebt die ursprüngliche Rockmusik weiter.
 
Ende des Aufsatzes vom Ende des Jahres 1981.
 
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TanjaKrienen
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Re: War die NDW faschistisch? - Teil IV
« Antworten #3 am: 07/24/04 um 16:48:01 »
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Zur äußeren Form mancher Darbietungen muss zuletzt noch angemerkt werden, dass viele Protagonisten der NDW-Szene und natürlich auch Leute wie ich, die versuchten der Herkunft der Erscheinungsformen auf die Spur zu kommen, unabhängig voneinander und ohne die Wurzeln zu kennen, eine Art Neodadaismus praktizierten. Ich sprach Wolfgang Luthe, der auch mit Rolf Möller (Extrabreit, Transparent) spielte, einmal nach einem Konzert an, ob er wüsste, wie sehr seine Texte und Vorträge an alte Dada-Schilderungen erinnerten. Ja, sagte er, aber er habe dies auch erst vor kurzem erfahren und hätte bis vor nicht langer Zeit überhaupt nichts von diesen Dingen gewusst. Luthe warf z.B. damals meterlange Spruchbänder von der Bühne: ,,Hagen im Loch. Wir finden Euch doch!“ Sie waren den von den Alliierten abgeworfenen Sprüchen nachempfunden, die das versteckt liegende Hagen im 2. Weltkrieg, ein wenig zusätzlich verbal unter Druck setzten.
 
Mein Pferd ist krank
 
Mein Pferd ist krank
Mein Pferd ist krank
Mein Pferd ist krank
 
Welches, welches, welches, welches?
Das liebe, das warme, das braune.
 
Wolfgang Luthe, 1981/1982
http://www.campodecriptana.de/campoforum/showthread.php?s=1bda0377efc64a c4cf05936cf53813e7&threadid=446
 
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MrA
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Re: War die NDW faschistisch?
« Antworten #4 am: 04/01/05 um 14:11:52 »
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das ist wieder typischfür diese zeit. so bald jemand hitler oder mussolinisagt, denkt ihr das man den faschismus verherrlicht. man muss mal genau zu hören dann würdet ihr hören das dieses lied den faschismus, kommonismus und das christentum als manipulierent und unterdrückenrt kritisiert. man muss mal zuhören und nicht gleich meckern und verurteilen. genau so ist es aber immer so war es bei dem lied, bei rammstein und bei den onkelz. aber wenn man den ganzen tag nur mtv und viva guckt kann man ja nicht zuhören lernen denn für mehr als schlechter musik und abzocke reicht es da ja nicht.
 
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Sternrakete
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Re: War die NDW faschistisch?
« Antworten #5 am: 04/01/05 um 21:47:55 »
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TANJA KRIENEN@Sorry ,aber kann es sein das Du zuviel Freizeit hast?Man kann Themen auch überstrapazieren.Wenn Du Dir schon über solche Dinge Gedanken machst  ,dann versuchs doch mal in der Kurzfassung.
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U.Schulte
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Re: War die NDW faschistisch?
« Antworten #6 am: 04/06/05 um 13:40:33 »
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MrA
Ohne mich im Einzelnen auf die verschiedenen Einlassungen einzulassen, möchte ich doch sagen, das erstens die Ursprungsfrage eben eine Frage und kein Meckern war. Insofern ist ein wenig Denksport mal nicht schlecht. Zum anderen möchte ich darauf hinweisen, dass die "onkelz" wie du sie liebevoll nennst, miese Faschisten waren und sind. Das es heute nicht mehr oportun ist "Türkenvotze kahlrasiert" zu singen, ist ihnen inzwischen aufgegangen. Jedoch wer sich so lange und vehement rassitisch und faschistisch engagiert, tut dies nicht aus Versehen.
Dies in einen Topf mit der NDW oder Rammstein (fraglich) zu werfen verweist auf radikale Blödheit des Autoren. Ggf. auf zuviel MTV?
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MrA
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Re: War die NDW faschistisch?
« Antworten #7 am: 04/06/05 um 14:57:40 »
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genau das hab ich gemeint. einfach zu sagen dass die onkelz faschisten sind kann man ja schnell behaupten. du hast wahrscheinlich noch nie einen titel oder was von "deutschland im herbst" oder "ohne mich" gehört aber wenn jemand so stur ist kann man da auch nichts machen. und die frage ob die ndw faschistisch war ist doch wohl völlig überflüssig. wenn sie es gewesen wäre hätte man wohl kaum diese musik gespielt.
 
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Re: War die NDW faschistisch?
« Antworten #8 am: 04/07/05 um 14:12:22 »
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Die Frage, ob die (frühe!) "NDW" faschistisch gewesen sei, kann nur rhetorisch gemeint sein, natürlich war sie es nicht! Den "TanjaKrienen"-Monolog sehe ich mal als Versuch, zu provozieren und eine Diskussion in Gang zu setzen.  
"Der Mussolini" von "DAF" ist damals zensiert worden und wurde im Radio (damals!) NICHT gespielt! Dennoch waren/sind "DAF" natürlich nicht faschistisch, sondern sie sind lediglich naiv mit dem heiklen Thema umgegangen. Motto: "Kunst darf alles" und dem stimme ich 100%ig zu.
Was den Einwurf von "U.Schulte" angeht (Böhse Onkelz): Das sehe ich genauso, diese Band war zumindest in ihren Anfangstagen politisch in der äußersten rechten Ecke! Und wenn sie sich wirklich vom Vorwurf der Rechtsradikalität hätten freisprechen wollen, dann hätten sie zumindest ihren Bandnamen geändert. Haben sie aber nicht. Jetzt gibt's die Band nicht mehr, was für mich definitiv KEIN Verlust ist!  
 
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Re: War die NDW faschistisch?
« Antworten #9 am: 04/08/05 um 15:08:04 »
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Natürlich hätten sie ihren namen ändern können aber es gibt auch so was wie ironie. denn die ärzte sind dies doch wohl auch nicht. Und die onkelz haben sich selber nie als faschisten gesehen auch nicht früher und sie waren es auch nicht. sie sangen lediglich patriotische text die man auf keinen fall, mit sachen wie landser oder andere, gleich setzen darf. denn bei ihnen wird nicht zum mord aufgerufen und hitler verherrligt. es ist leicht sich von leuten etwas sagen zu lassen und es dann einfach weiter erzählen. und wahrscheinlich wird das auch immer behauptet weil es sonst keinen grund gäbe die onkelz nicht zu mögen.
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Gottseipank
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Re: War die NDW faschistisch?
« Antworten #10 am: 04/08/05 um 18:03:24 »
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Das mit der "Ironie" verstehe ich nicht, muß ich aber wohl auch nicht.  
Kleine Geschichte aus eigener Erfahrung:
1998 bin ich mit der Bahn zu einem Konzert von "Depeche Mode" von Bremen nach Hannover gefahren. Der Zufall wollte es so, dass am selben Tag just in Bremen ein Konzert der Onkelz stattfand. Ich stehe also am Bahnsteig, warte auf meinen Zug und wundere mich, dass so viele merkwürdig "militärisch gekleidete" junge Leute am Bahnhof rumwimmeln. Dann läuft mein Zug ein, schon von weitem ragen aus den Zugfenstern gestrecke Arme heraus und als die "Fan"-Meute aussteigt, kann ich schätzungsweise 4-5 Leute erkennen, die ganz ungeniert den "Hitlergruß" zeigen.  
MrA: Was glaubst Du, wie kommt es, dass die Onkelz so ein hohes Potential am rechtsradikalen Fans haben, wo sie doch abstreiten, was mit dieser Szene zu tun zu haben?
 
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MrA
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Re: War die NDW faschistisch?
« Antworten #11 am: 04/10/05 um 13:39:18 »
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dafür, dass irgend welche hirnlosen nazis zu onkelz konzerten gehen, können sie auch nicht. die sehen es auch nicht ein dass die onkelz nichts mit diesen idioten zu tun haben. wenn nazis zu depeche mode gehen würden könnten die auch nichts dafür. und wenn nazis auf onkelzkonzerten gesehen werden fliegen die sofort raus. ich könnte auch jetzt sehr viele textstellen zitieren die dies auch zeigen würden aber das bringt ja nichts.
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TanjaKrienen
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Re: War die NDW faschistisch?
« Antworten #12 am: 05/18/05 um 19:52:36 »
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Sternrakete - Die Zeit hatte ich 1981 - anscheinend ist das "durchgegangen" - denn dieser Text wurde vor nunmehr 23 1/2 Jahren geschrieben! Damals jedoch geplant für eine Schülerzeitung.  
 
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Sternrakete
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Re: War die NDW faschistisch?
« Antworten #13 am: 05/29/05 um 16:03:18 »
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TK@ Hey! Danke für die flotte Antwort.
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Daria
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Re: War die NDW faschistisch?
« Antworten #14 am: 11/07/05 um 08:32:27 »
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@ onkelz .
wer sich ( wenn es auch nur ein angebliches gerücht ist [heil hi***][) in die innenlippen tättowiert ist für mich eindeutig nichts links, oder neutral orientiert.
wieso du die ärzte einbringst leuchtet mir nicht so ganz.
und es sind auch nicht "ein paar" rechte fans, sondern leider zu viele. ich weiß ja net wie alt du bist...aber...die meißten um die 16 - 23 kennen die alten texte ja teilweise gar nicht mehr, was wie ich finde, man sich auch nicht antun muss.
neben meinem haus, ist einer der bekanntesten "naziläden" berlins,wie kommt es das zwischen störkraft,nordfront und absurd, die onkelz stehen ?  
 
mal zu thema...*g*
Mussolini ist eines meiner lieblingslieder, ndw faschistisch, nein.  
« Zuletzt bearbeitet: 11/12/05 um 11:21:15 von Daria » gespeichert
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