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WIR SIND HELDEN - live im Atomic Cafe, München, 7.2.2003

 

 

 

 

 

...und dann sag ich zu Harald Schmidt: „Wie gut, dass die Tür offen war.“

Und wie gut, dass wir unsere Karten im Vorverkauf erworben hatten, denn das Atomic war hoffnungslos ausverkauft in dieser kalten Freitagnacht. München erwartete am Vorabend des Rumsfeldwochenendes eine Band die sich nicht grundlos „WIR SIND HELDEN“ nennt – und Helden sind wieder (oder immer?) gefragt.

Um es kurz zu machen: Der Auftritt der Herrschaften um Sängerin/Gitarristin Judith war ein glanzvoller. Die Helden verstehen es mit eingängigen Melodien, feinen Keyboard-Riffs und schlauen Texten, die geradezu zum lauten Mitsingen animieren, eine stetig anwachsende Hörerschaft anzusprechen.

Und auch live wissen sie zu überzeugen: Jean dreht mit dem Umhängekeyboard gern mal ne Solo-Runde auf dem Rücken liegend über die Minibühne, Frohnatur Judith (immer mit roten Armstulpen, selbstgemaltem „Helden“-Shirt ausm Secondhand-Shop und phantastischen roten Stiefelchen) ist die Lebensfreude pur, während Mark (Bass) und Pola (Schlagzeug) die optischen Ansprüche des zahlreichen weiblichen Publikums erfüllen.

Doch zurück ins Atomic: Die Helden spielen ihre Hits und auch wer die 5-track-EP und die „Guten Tag“-Maxi kennt, ist nach der Darbietung von Hymnen wie „Denkmal“ und Knallern wie „Müssen nur wollen“ und „Reklamation“ ergriffen.

Ist das die wahre NDW? – Ich meine: JA! Unbedingt!
Das Land braucht neue Helden? – Bitteschön! Hier sind sie!

Kirk

 

 
 
 

WIR SIND HELDEN - Berlin, Columbia-Halle, 22.11.2003

 

 

 

 

Die Helden sind wieder daheim.

Am letzten Samstag war das Tour-Abschlusskonzert in der sinnlos ausverkauften Berliner Columbia-Halle. Nun, wo soll man anfangen? Auf jeden Fall mal damit, dass die Band nun endlich mal ne Pause verdient hätte. Frau Holofernes Omnipräsenz in Funk und Fernsehen hatte ja zwischenzeitlich schon penetrante Züge angenommen.

Aber scheinbar unverdrossen wird am Helden-Ruhm bzw. an der nächsten Singleveröffentlichung („Denkmal“) gearbeitet, für deren Promotion Live-Material für ein entsprechendes Video gesammelt wurde. Zwangsläufig standen so bis zu vier Kameraleute auf der Columbiabühne – dort wo früher (eigentlich erst vor ein paar Wochen) noch die Stagediver ihrem Hobby frönten. Dazu kam noch ein Strauß Stangenmikros (sog. „Schmeißfliegen“), die den Helden auf der Bühne und im Publikum munter um die Nase schwirrten.

Es gibt aber auch Positives zu berichten: Dank räumlicher Größe wurde die beste Lightshow präsentiert, die die Helden je am Start hatten. Ein Gebäude weiter zeigte die Crew der „Cardigans“ zeitgleich, wie mit ähnlichem Aufwand eine noch wirkungsvollere Konzertumrahmung möglich ist, aber die Herrschaften sind ja schon ein paar Tage länger im Geschäft. Doch zurück zu unseren Berlinern...

Musikalisch gabs wenig Neues und so waren der Bläsereinsatz der dreiköpfigen „Air Berlin“ bei „Aurelie“ und noch ein paar weiteren Stücken sowie die Coverversion von „51st State“ (New Model Army) die Höhepunkte. Zu letzterer sahen sich Frau Holofernes und Begleiter nach dem Besuch der MTV European Music Awards veranlasst, wo (Wer hat es noch bemerkt?) zu beobachten war, dass dort nur Amerikaner auftraten, Amerikaner moderierten und nur Amerikaner die „begehrten“ Trophäen mitnahmen. Die Frage, ob die Mehrheit des Publikums, die sicher nicht älter als Anfang Zwanzig war, den Song überhaupt kannte, lasse ich lieber mal unbeantwortet. Für mich war es auf jeden Fall ein gelungener Seitenhieb. Zum versammelten Publikum noch eines: Mir läufts immer eiskalt den Buckel runter, wenn eklig-prollige Polofahrer aus dem östlich gelegenen Speckgürtel der Hauptstadt meine Lieblingslieder – zumal völlig falsch in Text und Einsatz – mitgrölen und bei Songs wie „Die Zeit heilt...“ mitklatschen wie in Moiks Mutantenstadel. Aber mein Mitleid gilt den Helden selbst. Irgendwann merkst du eben, dass auch gruselige Menschen deine Musik hören.

Kirk

 
 

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